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Die Grippe - Influenza

Jedes Jahr hören wir den Ausspruch: „Komm´ mir nicht zu nahe, ich habe eine Grippe!“.

Hierbei handelt es sich um einen umgangssprachlichen Ausdruck, der mit dem tatsächlichen Geschehen nichts zu tun hat. Denn meistens haben wir eine banale virusbedingte Erkältung.

Die Virusgrippe hingegen ist eine schwere Infektionskrankheit, die jedes Jahr Tote fordert. In Deutschland ist sie die Infektionskrankheit mit den meisten Todesfällen, wobei dies in Bezug auf die Gesamtzahl der Erkrankungen eher wenig ist.

Die Grippe kann über einen längeren Zeitraum relativ wenige Menschen befallen, aber auch explosionsartig 10 % und mehr Menschen der Bevölkerung heimsuchen. Solche Epidemien mit vielen Todesfällen gibt es immer wieder innerhalb größerer Zeitabstände.

Verbreitet sich eine Grippewelle über mehrere Kontinente, spricht man von einer Pandemie.

Die größte Pandemie, von der man weiß, war die „Spanische Grippe“ im Jahre 1918. Innerhalb von nur neun Monaten starben damals weltweit 27 Millionen Menschen, davon allein in Deutschland 225.000 !

Grippeviren werden über Tröpfchen übertragen. Das heißt, dass beim Husten und Niesen die Viren in winzig kleinen Tröpfchen mit der Atemluft in die Umgebung hinausgeschleudert werden und von anderen Menschen eingeatmet werden.

Normalerweise sind unsere Schleimhäute in der Lage, unseren Körper vor dem Eindringen von Schmutz, Bakterien und Viren zu schützen. Grippeviren haben jedoch die besondere Fähigkeit, diesen Schutzmechanismus zu durchdringen. Einmal in den Schleimhautzellen angelangt, vermehren sie sich sehr rasch, was zum Platzen der Schleimhautzelle führt.

Danach werden in kaskadenartigem Verlauf weitere Schleimhautzellen befallen und zerstört.

Körpereigene Fresszellen beseitigen die zerstörten Schleimhautzellen und lösen eine Entzündungsreaktion aus.

Durch die zerstörten Schleimhautzellen wird die Flimmerhaarschicht beschädigt, es verfestigt sich an diesen Stellen der Schleim und die Atemwege werden enger. Nach 3-4 Tagen beginnt dann der Hustenreiz.

Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit) einer Virusgrippe beträgt 1-3 Tage. Die Beschwerden beginnen fast schlagartig mit Fieber/Schüttelfrost, Kopf-u. Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, starkem Husten und Schnupfen.

Meist wird gleich am ersten Krankheitstag der Höchststand des Fiebers erreicht. Es steigt bis zu 40 Grad Celsius. Nasennebenhöhlen- u. Mittelohrentzündung sind keine Seltenheit.

Ältere Menschen oder Menschen, die schon vor der Infektion mit dem Grippevirus an einer Krankheit leiden, welche die Lungenfunktion beeinträchtigt, sind besonders gefährdet.

Das Risiko, parallel an einer Lungenentzündung zu erkranken, ist hier besonders hoch.

Staphylokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenza können sich während der Grippeerkrankung besonders leicht in der Lunge absetzen. Hier wird die Grippe u.U. lebensgefährlich.

Ist der Körper durch eine chronische Krankheit sehr geschwächt, ist das Risiko der Infektion mit Grippeviren ebenfalls sehr hoch. Auch hier können Komplikationen wie Lungenentzündung, Herzerkrankungen, Entzündung peripherer Nerven oder Hirnhautentzündung auftreten.

Andere begünstigende Faktoren für eine Infektion sind:

  • Schlafmangel
  • Umweltbelastungen
  • Streß
  • psychische Probleme
  • starker Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • mangelhafte, vitaminarme Ernährung

Die Grippeviren:

Grippeviren untergliedern sich in A-, B- u. C-Typ.

  • A-Viren verursachen Erkrankungen bei Menschen, Schweinen, Pferden und Vögeln.
    Durch ihre gute Wandlungsfähigkeit sind sie der Hauptauslöser für Epidemien und Pandemien.
  • B-Viren treten beim Menschen auf
  • C-Viren bei Mensch und Schwein.
    Beide Erreger führen zu milden Erkrankungen.

Der Grund für immer wiederkehrende Epidemien ist die gute Wandlungsfähigkeit der Viren.

Auf ihrer Oberfläche befinden sich Hämagglutinin und Neuraminidase, die sich in ihrer Struktur ständig ändern können. Dies nennt man Antigenshift.

Kommen in eine Schleimhautzelle zwei Viren unterschiedlicher Struktur, können sie sich mischen und es entsteht ein völlig neues Virus. Diesen Vorgang nennt man Antigendrift.

Weltweite, tödliche Grippepandemien entstehen, wenn sich durch Antigendrift neu entstandene

Viren leicht von Mensch zu Mensch übertragen lassen. Insbesondere in Asien, wo die Menschen eng mit ihren Tieren zusammenleben, haben daher die meisten neuen Viren ihren Ursprung.

Verschiedenartige menschliche und tierische Viren treffen dort aufeinander und es entstehen ganz neue Viren, gegen die noch kein Mensch Antikörper besitzt.

Die weltweiten Epidemien von 1957 (Asiatische Grippe) und 1968 (Hongkong-Grippe) begannen in Asien.

Ein weiteres Beispiel für schwere Grippeinfektionen infolge Antigendrift war die 1997 in Hongkong aufgetretene Grippe, die von infizierten Hühnern ausging. Durch die Massenschlachtung von Millionen Hühnern konnte eine Pandemie verhindert werden

Die Impfung!

Die ideale Impfzeit ist von September-Oktober. Das ist die Zeit vor Beginn der Influenza.

Auch ein späterer Zeitpunkt ist noch möglich, aber die Gefahr einer vorherigen Ansteckung steigt.

Empfohlen wird die Grippe-Schutzimpfung chronisch Kranken, Menschen über 60 Jahren, bestimmten gefährdeten Berufsgruppen (Ärzte, Krankenschwestern, Lehrer, Personen im öffentlichen Dienst oder die anderweitig mit vielen Personen in Kontakt kommen).

Ob eine Impfung für Kinder und Kleinkinder angezeigt ist, sollte in jedem Fall der Kinderarzt entscheiden. Auch bei Schwangeren sollte der Arzt über die Durchführung einer Impfung entscheiden.

Personen mit bekannter Allergie gegen Hühnereiweiß dürfen nicht geimpft werden, da Hühnereiweiß für die Impfstoffherstellung als Ausgangsstoff verwendet wird.

Die Grippeimpfung wird jährlich neu entwickelt und nach den Empfehlungen der WHO hergestellt. Mit Hilfe eines dichten Überwachungssystems der WHO in vielen Ländern der Erde, das die Entwicklung und Ausbreitung von Viren beobachtet, wird gewährleistet, dass der jährliche Impfstoff auch Antigene gegen den aktuellen Virusstamm enthält.

Zwei Wochen nach der Impfung setzt der Impfschutz ein. Nachdem die inaktivierten Grippeviren (inaktivierte Erreger sind so geschwächt, daß sie keine Erkrankung bei einem ansonsten gesunden Menschen auslösen können) in den Körper gelangen, produziert der Organismus Antikörper , um die Erreger unschädlich zu machen. Ca. zwei Wochen nach der Impfung sind so viele Antikörper gebildet, daß der Geimpfte immun gegenüber Grippeviren ist. Der Schutz hält während der gesamten Grippesaison an, so dass nur eine Impfung notwendig ist.

Die Grippeschutzimpfung schützt nicht vor Erkältungen und grippalen Infekten.

In der Regel ist die Impfung gut verträglich. Es kann an der Einstichstelle vorübergehend zu leichten Rötungen und Schwellungen kommen. Mögliche Körperreaktionen, die aber nach spätestens zwei Tagen wieder verschwinden, sind:

Abgeschlagenheit, Müdigkeit, leichte Temperaturerhöhung, Kopf- u. Gliederschmerzen, Schweißausbrüche oder Frieren.

Das Immunsystem wird durch eine Schutzimpfung vorübergehend geschwächt. Infektionsquellen sollten daher gemieden werden und das Immunsystem mit wirksamen Maßnahmen wie ausgewogener, vitaminreicher Ernährung, ausreichend Schlaf, Bewegung an frischer Luft unterstützt werden.

Personen, die nach empfohlener Schutzimpfung einen Impfschaden erleiden, haben einen Versorgungsanspruch gemäß §51ff Bundesseuchengesetz (BSeuchG).

Seit einiger Zeit ist in der Schweiz ein Impfstoff zugelassen, der als Nasenspray appliziert wird. Diese „Impfung per Nasenspray“ gewährleistet Impfschutz ohne Injektion mit der Nadel.

Alternative zur Grippeschutzimpfung

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