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Weltweit gibt es über 100 Millionen Diabetiker. Im Verlauf der Erkrankung treten in den meisten Fällen Folgeschäden am Nervensystem und an den Blutgefässen auf, die typische Erkrankungen wie Erblindung, Funktionsverlust der Nieren, erhöhte Amputationsrate an den Füssen, sowie ein erhöhtes Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarktes verursachen.
! Diabetiker leiden meist noch zusätzlich an weiteren Risikofaktoren wie erhöhtem Blutdruck und Fettstoffwechselstörungen.
! Diabetiker sterben 4-5mal häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Gesunde (Studie in den USA).
! Das Risiko der Erblindung ist ca. 25fach erhöht.
! 1% aller Diabetiker in Deutschland mussten sich einer Fussamputation unterziehen.
! Bei ca. 30% aller Diabetiker kommt es zu Nierenschädigungen.
Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, daß unter anderem eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen den Verlauf der Erkrankung in Hinblick auf die Begleiterkrankungen positiv beeinflussen kann.
Vitamin C
- Die Gefäßwände der Arterien spielen eine große Rolle bei der Regulation des Gefäßtonus, insbesondere durch das aus der Gefäßwand freigesetzte Stickoxid, welches die Gefäße erweitert.
Die beim Diabetiker vermehrt anfallenden freien Radikale (oxidativer Streß) scheinen das Stickoxid jedoch zu inaktivieren. Studien haben gezeigt, daß durch vermehrte Gabe von Vitamin C, welches freie Radikale inaktiviert, die Gefäßregulation nahezu wiederhergestellt werden kann.
- L-Carnitin, das eine wichtige Funktion im Fettstoffwechsel spielt, kann im Körper nur mit Hilfe von Vitamin C synthetisiert werden. Defizite an L-Carnitin, die somit mit Vitamin -C-Defiziten korrelieren, werden mit Herzinsuffizienz und verminderter Sauerstoffversorgung des Herzens in Verbindung gebracht.
- Vitamin C ist am Cholesterinstoffwechsel beteiligt. Studien konnten nachweisen, daß die bei Diabetikern häufig auftretenden hohen Cholesterol- u. Triglyceridwerte durch Gabe von Vitamin C deutlich gesenkt werden konnten.
- Eine zu geringe Vitamin-C-Konzentration im Blut begünstigt die oxidative Zerstörung von Gefäßen. Japanische Studien konnten nachweisen, daß bei Diabetikern mit fortgeschrittener Atherosklerose der Vitamin-C-Spiegel im Blut deutlich erniedrigt war.
- Vitamin C trägt in entscheidenem Maße zur Regeneration von Vitamin E, das ebenfalls als starker Radikalfänger fungiert, bei.
Vitamin E
Die hohe Konzentration von Zucker im Blut des Diabetikers führt zur Verzuckerung von Enzymen, die für wichtige Stoffwechselreaktionen notwendig sind. Die Enzyme werden auf diese Weise inaktiviert und stehen dem Zellstoffwechsel nicht mehr zur Verfügung. Folgen sind atherosklerotische Gefäßschäden, die ihrerseits insbesondere Durchblutungsstörungen,Augen-u. Nierenschäden sowie Schlaganfall und Herzinfarkt begünstigen.
Studien belegen, daß Vitamin E durch die Hemmung der radikalinduzierten Lipidperoxidation die Verzuckerung von Enzymen hemmen kann.
Vitamin A und Zink
Oft werden bei Diabetikern erniedrigte Vitamin-A- u. Zink-Konzentrationen im Blut festgestellt. Vitamin A als stärkster Fänger von Sauerstoffradikalen ist genauso wichtig für die Verhütung von Gefäßschäden und den damit verbundenen Folgeerkrankungen wie die Vitamine E und C.
Zinkmangel verursacht generell eine verzögerte Wundheilung, was bei Diabetikern bei den relativ häufig auftretenden Unterschenkelulzera besonders fatale Folgen hat.
B-Vitamine, Folsäure und Glutathion
Die Funktion der B-Vitamine und der Folsäure im Zellstoffwechsel hängen sehr eng miteinander zusammen und sind außerordentlich vielschichtig. Mangel an B-Vitaminen und Folsäure führen zu einer Erhöhung der Homocysteinspiegel im Blut, was automatisch eine verringerte Glutathionbiosynthese im Körper zur Folge hat. Glutathion ist aber unerläßlich für das Recycling antioxidativ wirkender Vitamine, als Radikalfänger und zum Abbau von Peroxiden.
Mangel an B-Vitaminen und Folsäure wird mit folgenden Begleiterkrankungen in engen Zusammenhang gebracht:
- Polyneuropathie (Mißempfinden, Verlust der Tiefensensibilität)
- verminderte Sauerstofftransportkapazität des Blutes (Retinopathie)
- atherosklerotische Veränderungen
Tabelle 4 gibt die Dosierungsempfehlung für die tägliche Zufuhr von Vitaminen bei Diabetes mellitus an.
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