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Definition

Erektile Dysfunktion (ED) ist die vollständige oder teilweise Unfähigkeit, eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr oder andere sexuelle Aktivitäten ausreichende Erektion zu erreichen und aufrecht zu erhalten.  

Häufigkeit

In Deutschland sind von der ED ca. 7 Mio., in Europa ca. 30 Mio Männer betroffen. Eine Studie von 1989 bezüglich der Altersstruktur hat ergeben, dass dies ca. 38% der 40jährigen, ca. 48% der 50jährigen, ca. 57% der 60jährigen, ca. 67% der 70jährigen sowie ca. 75% der 80jährigen Männer betrifft.

Ursachen und Risikofaktoren

organische Ursachen

psychogene Ursachen

Risikofaktoren


Therapiemöglichkeiten

1. nichtmedikamentöse Therapie

In Frage kommen zum einen der operative Einsatz von Implantaten in Form von Prothesen oder eines mit Wasser befüllbaren Silikonzylinders in den Schwellkörper oder zum anderen die Verwendung einer Vakuumpumpe.
Nachteilig bei diesen Methoden ist, dass Spontaneität der sexuellen Aktivität nur schwer möglich ist.


2. medikamentöse Therapie

2.1. orale Therapie mit Tabletten

2.2 Testosteron- Substitution

2.3 Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT)

2.4 medikamentöses urethrales System zur Erektion (MUSE)


2.1. orale Therapie

1. Derzeit befinden sich drei Arzneimittel am Markt, die der gleichen Wirkstoffgruppe, den sog. Phosphodiesterase-5-Hemmern, kurz PDE-5-Hemmer, angehören. Das sind Sildenafil (Viagra), Tadalafil (Cialis) und Vardenafil (Levitra). Der Wirkmechanismus beruht auf einer Enzymhemmung in den Muskelzellen des Schwellkörpers, wodurch eine Erektion ermöglicht wird. Die Wirkung tritt nach ca. 20-60 min ein und kann je nach Wirkstoff bis zu 24 Stunden anhalten. Von einer mehrmaligen täglichen Einnahme ist daher abzuraten.

Studien haben ergeben, dass die Zuverlässigkeit der Wirkung bei weit über 90% liegt.

Da diese drei Wirkstoffe mit bestimmten Arzneimitteln z.T. schwerwiegende Wechselwirkungen eingehen (u.a. organische Nitrate), sollte der verschreibende Arzt alle Arzneimittel, die Sie außerdem einnehmen, genau kennen. Aus diesem Grund ist auch von einer Beschaffung über andere Kanäle und von unkritischer Einnahme ohne Wissen Ihres behandelnden Arztes dringend abzuraten.

2. Aus der Rinde des Baumes Pausinystalia yohimba wird der Wirkstoff Yohimbim gewonnen.

Yohimbim soll aufgrund der Erweiterung peripherer Gefäße zu einer Verbesserung der Erektionsfähigkeit beitragen. Außerdem wird Yohimbim ein aphrodisierender Effekt zugesprochen, der aber nicht zweifelsfrei belegt ist. Yohimbim-Tabletten (Yocon Glennwood, Yohimbim Spiegel) sind ebenfalls verschreibungspflichtig.

Die Dosierung beträgt 3 x täglich 1-2 Tabletten a 5 mg.


2.2. Testosteron- Substitution

Eine Substitutionstherapie mit Testosteron ist nur bei nachgewiesenem Testosteronmangel angezeigt. Auch ist der Zusammenhang zwischen Testosteronmangel und erektiler Dysfunktion nicht nachgewiesen. Allerdings nimmt die Libido bei Testosteronmangel ab, so dass zumindest die sexuelle Befriedigung bei Testosteronsubstitution durchaus verbessert wird.
Die Testosteronzufur kann in Form von Kapseln (Andriol), Depot-Injektionen (Testosteron Depot), Pflastern zum Aufkleben auf die Skrotalhaut (Testoderm) und neuerdings in Form von Gel zum Auftragen auf die Haut (Testogel) erfolgen.


2.3. Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT)

Bei der SKAT wird der Wirkstoff Alprostadil (Caverject) mittels einer Spritze direkt in den Schwellkörper injiziert. Der Wirkstoff führt im Penis zu einer Erweiterung der Arterien und einer Erschlaffung der glatten Muskulatur, was einen vermehrten Bluteinstrom in die Schwellkörper bewirkt. Durch die nachfolgende Blutabflußbehinderung aus den Venen der Schwellkörper kommt es zur Erektion.
Die Wirkung setzt nach ca. 10-30 min ein, die Dauer der Wirksamkeit ist dosisabhängig.
Das Medikament darf maximal einmal täglich angewendet werden.


2.4. medikamentöses urethrales System zur Erektion

Beim MUSE handelt es sich wie bei SKAT um den Wirkstoff Alprostadil. Somit ist die Wirkungsweise identisch. Beide Arzneimittel unterscheiden sich nach der Art der Applikation.

Bei Muse wird der Wirkstoff mittels eines speziellen Applikators in die Harnröhre eingebracht und über diese in die Schwellkörper aufgenommen.
Die Wirkung tritt nach ca. 5-10 min ein und hält ca. 30-60 min an.

MUSE muß kühl gelagert werden.

Wichtig ist, daß bei einer bestehenden oder möglichen Schwangerschaft der Partnerin immer ein Kondom benutzt werden muß.

Nachteilig bei MUSE sowie Caverject ist die Tatsache, daß ein gewisser apparativer Aufwand betrieben werden muß, der die Spontaneität u.U. störend beeinflussen kann.

Generell muß bemerkt werden, dass, abgesehen von den Wechselwirkungen dieser Arzneimittel mit anderen Arzneimitteln, all diese Medikamente nicht von Personen angewendet werden sollten, für die die Ausübung von sexuellen Aktivitäten ohnehin problematisch ist (z.B. instabiler Zustand des Herz-Kreislauf-Systems).

Zu weiteren Neben- u. Wechselwirkungen der oben beschriebenen Arzneimittel müssen Sie in jedem Fall Ihren behandelnden Arzt konsultieren.

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